Apps als neue Bausteine von Präventions- und Therapiekonzepten

4. Niedersächsischen Gesundheitskongress in Hannover

Die vielen Facetten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im speziellen sowie die Nachhaltigkeit und Erfolgsmessung von Präventionsansätzen im allgemeinen standen beim 4. Gesundheitskongress am 4. November in Hannover im Mittelpunkt. Neben Prof. Bernhard Badura, Universtiät Bielefeld, der mit einer Bestandsaufnahme zum Thema Arbeit und Gesundheit ca. 200 Teilnehmer aus Betrieben, Krankenkassen und Gemeinden auf den neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse brachte, erläuterte die aus Berlin angereiste Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach die Eckpfeiler der Nationalen Präventionsstrategie des Bundesgesundheitsministeriums.


Am Nachmittag wurde in Foren praxisnahe Themen diskutiert, u. a. der Einsatz von Gesundheits-Apps in der Prävention und Therapiebegleitung. Dr. Ursula Kramer, die mit Ihrem Team schon tausende von Gesundheits-Apps analysiert und ca. 400 Testberichte von Gesundheits-Apps auf der Informations- und Bewertungsplattform HealthOn veröffentlicht hat, zeichnete ein klares Bild: "Eine App kann nicht mehr und nicht weniger sein, als ein Baustein im Rahmen eines Gesamtkonzeptes, auch wenn das große Angebot von Symptomtrackern, Gesundheitsrechnern, Fitness-Coaches den Eindruck erwecken könnte, dass der "Arzt aus der Hosentasche" das vertrauensvolle Arzt-Patienten-Verhältnis ersetzen kann. Dem ist nicht so!"


Gleichwohl zeige die hohe Verbreitung der Smartphones und die schnelle Durchdringung der Märkte mit Gesundheits-Apps, dass die neuen digitalen Möglichkeiten offensichtlich einen Nerv treffen bei Patienten und Verbrauchern. Häufig komme im Praxisalltag die Kommunikation zu kurz, Informationen gehen unter, der Patient komme nicht zu Wort, seine Einschätzung der Therapie rücke in den Hintergrund. "Mit Apps können Patienten erstmals ohne viel Aufwand verlässlich Vitaldaten wie Blutzucher, Blutdruck, Schrittzahl, Schmerzstärke, Befindlichkeit selbst erfassen. Die sogenannten Wearables, Smartwatches und Fitnessarmbänder haben die Massenmärkte erreicht. Die von Verbrauchern und Patienten so generierten Daten können genutzt werden, um Krankheitsrisiken früher zu erkennen oder Behandlungen individueller an den Bedarf und die Möglichkeiten von Patienten anzupassen." Die Hoffnung bestehe, dass sie Arzt und Patient helfen, im besten Fall gemeinschaftlich und abgestimmt, bessere Entscheidungen zu treffen, so Dr. Ursula Kramer in Hannover.

4. Niedersächsischer Gesundheitskongress: Gesundheit fördern - in Unternehmen und Verwaltungen. 4. November, Hannover.

 

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