Großes Gestaltungsvakuum - Gesundheitswirtschaft in der Verantwortung

Qualität in Gesundheits-Apps: Alle sind gefordert!

Gesundheits-Apps sind längst nicht mehr nur Spielerei für Fitness-Freaks (1). Sie werden zunehmend zur Hoffnung für viele Patienten, die im Alltag häufig auf sich selbst gestellt sind und nach Unterstützung und Hilfe suchen, um ihre Krankheit besser bewältigen zu können. Zwischen der hohen Verbrauchernachfrage einerseits und dem vollständigen Fehlen verbindlicher Qualitätsvorgaben andererseits, klafft eine immer größer werdende Gestaltunglücke, so das Fazit der Experten beim 1. Bürgerdialog Gesundheit im Rahmen des Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung in Berlin. Sie diskutierten aus verschiedenen Perspektiven die Chancen, Risiken und die offenen Fragen, die sich durch die Nutzung von Gesundheits-Apps für den Einzelnen sowie für die Gesellschaft als Ganzes ergeben.

Als Expertin und Vertreterin der Gesundheitswissenschaft stellte Dr. Ursula Kramer, sanawork Freiburg, die Ergebnisse der App-Studie vor, die sie in Kooperation mit der Universtität Freiburg und im Auftrag der Techniker Krankenkasse durchgeführt hat.
Als Pionierin analysiert sie bereits seit vielen Jahren die Qualität von Gesundheit-Apps und setzt sich für die Etablierung von Qualitätsstandards zur besseren Orientierung für Patienten und Verbraucher ein. „Das Angebot an Unterstützungshilfen für Patienten in den App-Stores wächst seit Jahren sehr dynamisch. Die meisten App-Anbieter zeigen immer noch wenig Sensibilität für das Bedürfnis der Verbraucher nach Sicherheit ihrer Daten und nach Qualität und Transparenz der gesundheitsbezogenen Informationen in Gesundheits- und Medizin-Apps,“ so Dr. Kramer. Auf der mittlerweile größten Bewertungs- und Informationsplattform HealthOn können Verbraucher und interessierte Akteure der Gesundheitswirtschaft bereits heute Testberichte deutschsprachiger Gesundheits-Apps einsehen. Eine Checkliste hilft Verbrauchern außerdem, das individuelle Risiko der App-Nutzung einzuschätzen.

Zum Programm und den Experten des 1. Bürgerdialogs Gesundheit: "Gesundheits-Apps: Chancen, Risiken und offene Fragen, 09.10.2015, Berlin, Urania

 

(1) Bredenkamp R., Boeker M., Lucht M., Kramer U. (2015): Gesundheits- und Versorgungs-Apps: Hintergründe zu deren Entwicklung und Einsatz. Studienzentrum Universitätsklinikum Freiburg 2015. URL: http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/724464/Datei/143238/Studie-Gesundheits-und-Versorgungs-Apps.pdf , Abruf am 8.10.2015

 

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