Deutschlandstiftung Intergration diskutiert in Berlin

Bundespresseamt: Chancen & Risiken von Digital Health

Etwa 300 Stipendiaten des Programms „GEH DEINEN Weg“ diskutierten am 3. und 4. November in Berlin mit politischen Verantwortlichen und externen Experten die Entwicklungslinien der internationalen Gesundheitspolitik. Der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe eröffnete das Forum. Er stellte sich den Fragen der Teilnehmer ebenso wie Regierungssprecher Steffen Seibert, der die Abschlussdiskussion führte. Schirmherrin des Programms für talentierte, engagierte junge Menschen mit Migrationshintergrund ist die Bundeskanzlerin, Angela Merkel.

Im Fachpanel „Die Digitalisierung der Gesundheit“ zeigten drei Experten für mHealth Chancen und Risiken des digitalen Umbaus der Gesundheitsversorgung auf
Dr. Sven Jungmann betonte aus der Perspektive des Arztes, wie wichtig es sei, sowohl Therapeuten, Pflegekräfte und Patienten abzuholen, sie im Umgang mit der Nutzung neuer digitaler Versorgungskonzepte zu schulen. Nur so können diese den digitalen Wandel mittragen, Risiken verantwortlich steuern und selbstbestimmt entscheiden, welche mhealth-Angebote sie nutzen wollen.

Nach Meinung von Dr. Daniel Wigbers, Gründer des Berliner Startups Mediteo vollziehen sich die Umwälzungen im Gesundheitssektor verglichen mit anderen Märkten (Finanzen, Verlagswesen, Unterhaltungsbranche) deutlich langsamer. Er schätzt den Gestaltungsspielraum für mHealth Startups daher als recht groß ein, will mit seinem Unternehmen z. B. die Therapieadhärenz verbessern.

Dr. Ursula Kramer, die Betreiberin der größten Informations- und Bewertungsplattform für Health-Apps, betonte das große Interesse von Verbrauchern an Gesundheits-Apps. Viele seien offen dafür, Trackingsysteme wie Smartwatches oder Fitnessarmbänder zu nutzen, was zeige, dass Menschen ihr gesundheitliches Wohlbefinden und die Bewältigung von Krankheiten stärker als in der Vergangenheit, selbst steuern wollen. Sie interessieren sich für Symptomchecker Apps, die damit locken, Krankheiten einfach diagnostizieren zu können. Weil diese Apps aber weder Informationen einordnen noch Entscheidungen daraus ableiten können, seien sie kein Ersatz für den Arzt. "Im wachsenden digitalen Informationsdschungel gewinnt das persönliche Vertrauen zu einem kompetenten Arzt weiter an Bedeutung", so Dr. Kramer. Empathisch und fachlich versiert nehme er Patienten ernst, die sich mit Apps oder auf Webseiten vorinformieren. Health-Apps greifen den Wunsch von Patienten nach Eigenverantwortung und Mitbestimmung auf. Sie sollten von Ärzten daher nicht als Konkurrenz oder als Untergrabung ihrer Kompetenz verstanden werden, sondern als Schlüssel zu besserer Vorsorge und Therapieadhärenz des mündigen Patienten.

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